21.09.04 – Bericht zum ‚Tag der Heimat‘


Der Bund der Vertriebenen (BdV) mit Vorsitzender Erika Steinbach hatte am Sonntag, 12. September, zum „Tag der Heimat“ nach Frankfurt eingeladen. Um gegen dieses Treffen des revanchistischen Vereins zu demonstrieren, waren rund 70 Personen dem Aufruf verschiedener antifaschistischer Gruppen aus Frankfurt gefolgt.
Anbei noch ein Bericht und die Redebeiträge sowie ein Pressespiegel.
Einen weiteren Bericht gibt es auf  http://de.indymedia.org/2004/09/93320.shtml

Mit Transparente und Musik hielten die AntifaschistInnen vor dem Saalbau Bornheim, dem Ort der Veranstaltung eine etwa zweistündige Kundgebung. Die Transparente trugen Aufschriften wie „Ja zum Potsdamer Abkommen“ und „die reaktionäre Formierung durchbrechen !“.
Die „Vertriebenen“ wurden mit Parolen bedacht und Passanten mit Redebeiträgen über die kritische Position der Demonstrierenden aufgeklärt. Unter anderem wurden Texte zur revisionistischen Politik des BdV und der nationalsozialistischen Vergangenheit einiger seiner Funktionäre sowie zur sogenannten „Entschädigungsdebatte“ verlesen. Auch die Hausdurchsuchung im Cafe Exzess im Januar diesen Jahres wurde von einem Redner als „Kriminalisierung antifaschistischen Engagements“ angegriffen. In ihrem Beitrag bemerkt die autonome antifa [f], dass Vereine wie der BdV, nicht, wie von vielen angenommen einen rechten Rand der Gesellschaft darstellen. Vielmehr verfehle „eine Kritik, die sich nur gegen den klar revisionistischen Rand richtet und das „Einbrechen“ oder „Einsickern“ reaktionärer Strömungen in die Mitte der Gesellschaft beklagt“ den Gegner. Weiter hieß es: „Ohne die rechtsextreme Variante der Nation zu unterschätzen muss sich linke Kritik daher gegen den normalisierten nationalen Standort und seine vorgelblich „antifaschistische“ Mitte richten.“
Die Polizei war nach Angaben der Veranstalter mit einem „unverhältnismäßigen“ Aufgebot präsent und kontrollierte die Personalien zahlreicher Kundgebungsteilnehmer.
Die Veranstalter erklärten sich trotzdem zufrieden mit dem Ablauf der Kundgebung, denn „dieser speziell aggressiven und völkischen Variante des deutschen Nationalismus muss auch weiterhin in Frankfurt und überall anders eine klare Absage erteilt werden“, so Sarah Brechtel, Pressesprecherin der autonomen antifa [f].

Für den 30. Oktober ruft die antifa unter dem Motto „redefine resistance -die reaktionäre Formierung durchbrechen“ zu einer Demonstration gegen Revisionismus, Standortnationalismus, Sicherheitswahn und Sozialabbau auf. All dies seien schließlich Merkmale der reaktionären Formierung des deutscheuropäischen Standort, so Sarah Brechtel.