Alle Jahre wieder: Fundis zur Hölle jagen!

Auch in diesem Jahr fand der sogenannte „Marsch fürs Leben“ im April in München statt. Dort liefen  AbtreibungsgegnerInnen, christliche FundamentalistIinnen, Burschenschaftler, extrem Rechte und andere Sexist*innen durch die Stadt, um ihre misogyne und queerfeindliche Proganda zu verbreiten.

Und auch in Frankfurt hatten wir dieses Jahr mit diesen Menschenfeinden zu kämpfen: 
Vor Ostern standen (und im Herbst: stehen) christliche FundamentalistInnen 40 Tage täglich vor der Beratungsstelle Profamilia.  Mit Schildern und lautem Beten belästigen sie Schwangere, die sich dort zu Schwangerschaftsabbrüchen beraten lassen wollen oder müssen.

Den AbtreibungsgegnerInnen (wir nennen sie Anti-Choice Bewegung) geht es dabei letztlich um weit mehr als das Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen: Religiös begründeter Antifeminismus ist primärer Bestandteil ihrer Ideologie und eine Umkehrung feministischer Errungenschaften ihr erklärtes Ziel.

Sie wollen eine angeblich „gottgegebene“ Ordnung, in der sich alle frei von Selbstbestimmung einer (ihrer) „höheren Macht“ unterordnen sollen. 
In diesem Wahn beharren sie (wie alle der sog. „Weltreligionen“) auf angeblich „traditionellen“, sprich: patriarchalen Geschlechterrollen. Ihr Bild einer „guten Frau“ ist dabei klar formuliert: An erster Stelle steht ihre Gebärfähigkeit und ihre Aufopferung für die Familie, und damit den Fortbestand von Kirche & Vaterland. So kommen religiöse FundamentalistInnen mit anderen rechten Menschenfeinden zusammen. Und auch darüber hinaus gibt es viele Überschneidungen: Denn nicht nur reproduktive Selbstbestimmung ist ein Angriffsziel, sondern auch jede Form von Queerness sowie sexueller, körperlicher und letztlich jeglicher persönlicher Autonomie. Alles, was nicht in das Wahnbild der Cis-Hetero-Kleinfamilie und ihrer Unterordnung gegenüber Gott und Nation passt, wird angegriffen.

Und wo wir angegriffen werden, wehren wir uns!
In den letzten Jahren wurde in Frankfurt vielfältig gegen die Anti-Choice-Bewegung protestiert, mit Kundgebungen, Kunstperfomances, Vorträgen, Abschirmen, Black Metal-cornern, und Demos zu der organisierenden Kirchengemeinde und direkten Aktionen.  Ebenso haben wir uns aus Frankfurt an den Protesten gegen den „Marsch für das Leben“ in München beteiligt, und auch beispielsweise Münster, Freiburg oder Annaberg-Buchholz gibt es seit Jahren stabilen Protest.

Doch Aktionen gegen unsere Gegner allein reichen nicht aus:
To make feminism a threat müssen wir feministische Kämpfe für reproduktive Rechte und Selbstbestimmung mit der Vorstellung einer befreiten Gesellschaft verknüpfen.

Denn erst die Überwindung von Patriarchat, Kapitalismus und Nationalismus schafft die Voraussetzungen für ein solidarisches und freies Leben. Ein Leben, in dem weder staatliche noch religiöse Institutionen, weder Männer noch Militär über unsere Körper bestimmen, und in dem wir uns auf gegenseitige Hilfe und gemeinsame Verantwortung stützen können.

Kein Fußbreit den Feinden der Emanzipation – für das Paradies auf Erden!

Make feminism a threat!