Gestern gab es einen Anschlag auf den CSD in Berlin. Mehrere Menschen wurden mit einem Auto schwer verletzt, welches in die feiernde Menge gefahren wurde, ein Mensch überlebte nicht. Unsere Gedanken sind bei allen Opfern, den Verletzten, ihren Friends und Angehörigen. Wir senden unser Beileid, Kraft und gute Besserung an die Hinterbliebenen und alle Betroffenen!
Bei all unserer Kritik und vielerorts kommerzialisierten und entpolitisierten Prides: CSDs sind für viele queere Menschen weiterhin Räume, an denen sie für Sichtbarkeit, Respekt und Würde demonstrieren und sie sich – mindestens für einen Tag – zurückerobern können. Räume von Community, des Ausprobierens und der Verbundenheit, und Räume unbeschwerten queeren Feierns von uns selbst. Räume, die es gilt, zu erweitern und zu radikalisieren – aber eben auch zu verteidigen!
Mutmaßlich war der Anschlag ein islamistischer, er reiht sich ein in die immer länger werdende Liste von Angriffen auf und um CSDs, von rechtsradikal, religiös und sonstwie reaktionär motivierten Queerfeinden.Wir verachten die Krokodilstränen der Regierung, die gerade noch Hilfsangebote für queere Jugendliche gestrichen hat, queere Menschen in den Tod abschiebt, mit den Taliban kuschelt, Register für trans Personen will und deren Chef Homosexualität in die Nähe von Pädosexualität rückt. Wir wollen weder eure „Solidarität“ noch euren „Schutz“ durch noch mehr Cops, die uns bei der nächstbesten Gelegenheit wieder verprügeln und unsere Freund*innen abschieben.
Angst und Traumatisierung sind Teil und Ziel solcher Anschläge. Passt in diesen Tagen besonders auf euch und die Queers in eurem Umfeld auf, fragt wie es ihnen geht, ob sie Support brauchen, seid füreinander da.
Solidarität heißt auch, gemeinsam für eine bessere Zukunft zu kämpfen – und nun vor allem zunächst gemeinsam zu trauern.