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Die selektive Solidarität durchbrechen

Ende Januar hat die chinesische Zentralregierung Wuhan und andere Städte in der Provinz Hubei unter Quarantäne gestellt und ganze Krankenhauskomplexe in wenigen Tagen aus dem Boden gestampft. Auf die Verbreitung des neuartigen Virus SARS-CoV-2 und die drastischen Maßnahmen zu dessen Eindämmung reagierten Beobachter*innen in europäischen Gesellschaften mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu. Ausgeschlossen schien, dass „so etwas“ hier möglich sei. Nur wenige Wochen später stapeln sich in Italien und Spanien die Särge vor den Hallen eines durch die europäische Austeritätspolitik kaputt gesparten Gesundheitssystems und die Wörter „Ausgangssperre“, „Quarantäne“ und „Kontaktverbot“ sind eine manifeste Realität unseres Alltags geworden. Der Ausnahmezustand […]


…umsGanze! Kampagnentext: Nationalismus ist keine Alternative! Gegen die Festung und ihre Fans!

Zum Zusammenhang von völkischem Nationalismus mit dem aktuellen Schlamassel des Kapitalismus — und was man dagegen tun kann: der Kampagnentext von …ums Ganze im Jahr 2016 Nationalismus ist keine Alternative! Gegen die Festung und ihre Fans! Die Situation in Europa hat sich gegenwärtig in einer Weise politisch zugespitzt, wie es vielen vor einem Jahr noch undenkbar schien. Mit der Niederlage der Syriza-Regierung vergangenen Sommer war die Krise für die Öffentlichkeit zunächst gelöst. Doch die Instabilität des kapitalistischen Weltsystems kehrte umgehend zurück ins europäische Bewusstsein, vor allem in Länder wie Deutschland, die aus der Krise gestärkt hervorgegangen waren, zu Fuß gewissermaßen: […]


Solidarität muss politisch werden!

Auf die Straße in Frankfurt, Köln & überall Tagtäglich kommen Tausende Menschen nach Deutschland – trotz Frontex, militarisierten Grenzen und verschärftem Asylrecht. Das ist erstmal ein Grund zum Feiern. Auch cool: Eine überraschend große Anzahl von Menschen engagiert sich hierzulande momentan aktiv in der Solidarität mit Geflüchteten. Also doch noch ein Sommermärchen dieses Jahr? Leider nicht. Denn klar ist jetzt schon, dass die aktuelle Situation nur das Ergebnis einer Krise des menschenverachtenden Grenzregimes ist – an dessen Reparatur ausgerechnet von Seiten jener Politiker*innen bereits fieberhaft gearbeitet wird, die sich gerade als »helles Deutschland« inszenieren. Mehr noch: die Dreistigkeit, mit der […]


Einige Gedanken zur Demonstration gegen Antisemitismus in Frankfurt am 4. August 2014


In den vergangenen Wochen kam es in Reaktion auf den neuesten Krieg zwischen Israel und der Hamas in Deutschland und diversen anderen Ländern zu vehementen antisemitischen Äußerungen und Demonstrationen; zu Drohungen, Anschlägen und gewalttätigen Angriffen auf Jüd*innen und Juden. Dagegen wollten einige Frankfurter Gruppen, uns inklusive, ein Zeichen setzen. Unter dem Motto „Kein Platz für Antisemitismus! Solidarität mit den Betroffenen!“ haben wir für den 4. August zu einer Demo mobilisiert, die von der Alten Oper durch die Innenstadt zur Konstablerwache ziehen sollte. Unser Ziel: Gegen den antisemitischen Kurzschluss einer Identifikation jüdischer Menschen mit der Politik der israelischen Regierung deutlich zu […]


Auswertung „Nationalismus ist keine Alternative!“

No Alternative! Nachbereitungspapier der Gruppe kritik&praxis [f]rankfurt zur Kampagne „Nationalismus ist keine Alternative!“ Als mitorganisierende Gruppe hier unsere Auswertung, die die Ergebnisse unserer internen Diskussion und unserer Diskussionen mit anderen beteiligten Gruppen und Einzelpersonen einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen soll. Die Kampagne „Nationalismus ist keine Alternative“ ist beendet – die Auseinandersetzung mit der „Alternative für Deutschland“ (AfD) und anderen rechten Versuchen, Stimmungen in der Gesellschaft aufzugreifen, muss weitergehen. Wir hoffen, dass dieses Papier dazu beitragen kann. Ausgangslage Im Zuge der aktuellen Krise des Kapitalismus kam es vor allem in Südeuropa zu einer Abfolge von Streiks, Platzbesetzungen und sozialen Aufbrüchen. In […]


Gestern autonome antifa, heute kritik&praxis.

Erklärung zur Neubestimmung von Form und Inhalt einer linksradikalen Gruppe aus [F]rankfurt am Main Ach (…), wer bin ich denn schon groß, Ich bin ein Schwein auf einem Floß, Auf einem Floß im Strom der Zeit, Ein Sinnbild der Vergänglichkeit, Ein Punkt im Raum, ein Nichts im Sein. War da je Strom, je Floß, je Schwein? (Robert Gernhardt) So schnell kann es gehen. Gerade noch 10jähriges Bestehen gefeiert und jetzt das: Nach über zehn Jahren bundesweiter politischer Arbeit als autonome antifa [f] machen wir einen Neustart. Das heißt, es gibt einen neuen Namen und ein neues Konzept. Als kritik & […]